Die Stimme aus dem Off...


Es war einmal…

…vor langer, langer Zeit (im letzten Jahrhundert) da wurde uns beigebracht, dass ein wesentlicher Überzeugungsfaktor in der Kommunikation nicht allein der Inhalt ist, sondern zusätzlich der Einsatz von Mimik, Gestik, Körperhaltung und Stimme die Zuhörbereitschaft erhöhen.




Vor allem wurde dem Blickkontakt eine immense Bedeutung beigemessen.





In vielen Rollenspielen wurde eingeübt und ausprobiert wie der Mensch, der diese Fähigkeiten beherrschte, seinen Gesprächspartner für sich einnehmen konnte

Die Formel lautete: 55% Körpersprache / 38% Stimme / 7% Inhalt


Was ist von diesen körpersprachlichen Erfolgs-Lehrsätzen der Vergangenheit übriggeblieben?

Wenn ich an die endlosen „geteilten Seiten“ während vieler Online-Sessions denke, wenn ich beobachten muss, wie der Fokus immer mehr auf den Inhalt jener „Folien“ gerichtet ist, dann finde ich n i c h t s mehr wieder, was lebendige Kommunikation ausmacht.

Man sieht sich während der Sitzungen sehr lange nicht, man hört sich lediglich bzw. man hört vornehmlich eine Stimme aus dem Off, wie sie monoton das herunterleiert, was alle mitlesen können.




Die Langeweile der meisten Power Point Darstellungen in Präsenz hat online ihren Meister gefunden.





Warum online ein freundliches Gesicht machen, warum online eine gute Haltung einnehmen, warum die Kamera aktivieren – wenn es sowieso niemand sieht? „Dann kann ich während der Konferenz auch ein paar Emails bearbeiten, die haben Priorität…“

Vermutlich werden die persönlichkeitsbildenden Faktoren sowieso überbewertet, sonst würden sie ja nicht den Online-Tod sterben.

Ade Du schöne alte Zeit, in welcher der Mensch sich einbildete nur als „Gesamtpaket“ überzeugend zu wirken.





Die Stimme aus dem Off erreicht ca. den Faktor von 93% . Sie löst Körpersprache ab und ist somit wohl die neue Überzeugungskraft…?

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