Wissen Sie immer, was Ihr Gesicht gerade macht?




Sagen wir mal so: Es gibt liebe Gewohnheiten, die man an sich selbst gar nicht mehr wahrnimmt.

Manche spielen gerne mit ihren Haaren, einige streicheln während des Gesprächs unermüdlich und andauernd Teile ihres Barts.


Zu beobachten ist auch die emsige Zunge, die weit aus dem Mund ragend, Lippen und Umgebung befeuchtet.




Über Augen zusammenkneifen, bis Grimassen schneiden - im Gesicht findet viel Bewegung statt. Das ist uns bislang (onsite) nie sonderlich aufgefallen, weil eine ausgeprägte Mimik nur einen kleinen Teil des kompletten Menschen mit seiner Lebendigkeit widerspiegelt.


Zum Beispiel: - spielen lebhafte Hände eine Rolle, die Gesagtes unterstreichen - hat die Körperhaltung (Körperspannung) großen Einfluss auf unsere unbewusste Wirkung, - ist das Wippen mit den Füßen ebenso ein Teil der Gesamtbewegung etc.


Aber jetzt kommt der virtuelle Schock: Online steht die Bewegung des Gesichts im Mittelpunkt.


Sie blicken online (je nach Einstellung) pausenlos in Ihr eigenes Konterfei. Das ist so, als ob Sie täglich mindestens 2 Stunden ununterbrochen und ausgiebig mit Ihrem Spiegelbild plaudern würden. Da Einige das nicht sonderlich beglückend finden oder sogar Befürchtung haben, dass sie ab und zu unkontrollierte Gesichtszüge aufweisen könnten, klinken sie sich als sichtbare TeilnehmerInnen auf der digitalen Plattform komplett aus und sind als schwarze Rechtecke mit weißen Namen zu sehen. Für die jeweiligen RednerInnen nicht lustig. Das ist vermutlich einer der Gründe, weshalb sich angeblich 38% der Video-Konferenz-Nutzer zum Schönheitschirurgen begeben haben – davon 18% Männer (stand kürzlich in der Zeitung…).

Aber bleiben wir tapfer – wir sehen so aus, wie wir aussehen, vielleicht gewöhnen wir uns ja noch an uns selbst und aus den schwarzen Kacheln mit weißer Schrift werden wieder lebendige Gesichter.



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